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Grußwort der Tagungspräsidenten und Grußwort des Bundesministers für Gesundheit

Kardiologische Rehabilitation / Bindeglied zwischen Akuttherapie und Dauerbehandlung

   

                

Dr.med. D.B. Gysan
Tagungspräsident

PD Dr. med. S. Gielen
Tagungspräsident

Zwischen 1980 und 2002 hat die Lebenserwartung in Deutschland um 5,8 Jahre zugenommen - im Mittel um 3,2 Monate pro Jahr. Den größten Beitrag zu diesem Erfolg der Medizin leistete die Reduktion der kardiovaskulären Sterblichkeit, die allein die Lebenserwartung um 2,6 Jahre steigerte. Welchen Anteil haben medizinische Akutversorgung und Primär-/ Sekundärprävention an diesem Erfolg? Überraschenderweise zeigt sich, dass fast 60% des Gewinns an Lebensjahren auf eine erfolgreiche Risikofaktormodifikation zurückzuführen sind. Diese Erkenntnis und unser zunehmendes Verständnis der prognostischen Wirkung vor allem der trainingsbasierten Rehabilitationsmassnahmen stärkt die Bedeutung der kardiologischen Rehabi-litation als Bindeglied zwischen der notwendigen Akuttherapie und der prognosebestimmenden Dauerbehandlung, als Brücke zwischen Krankenhausbehandlung und ambulanter Versorgung im niedergelassenen Bereich.
 
Wir freuen uns daher besonders, dass die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation die 37. Jahrestagung der DGPR 2010 in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesverband niedergelassener Kardiologen (BNK) ausrichten wird. Ein wesentlicher Teil des Programms wird sich daher gerade auch den Strukturfragen der Rehabilitationsmedizin widmen -  von den Erwartungen der Kostenträger, der Klinikkardiologen und der niedergelassenen Kardiologen an die kardiologischen Rehabilitation, zu neuen Integrationsformen von ambulanter und stationärer Rehabilitation.

Der wissenschaftliche Schwerpunkt der Jahrestagung wurde in Kooperation mit der zahlreichen Vertretern der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) konzipiert und  stellt in Hauptsitzungen und Workshops neue diagnostische und therapeutische Verfahren zu den Problembereichen Klappen- und Aortenerkrankungen sowie diastolische Herzinsuffizienz vor.

Neben der somatischen Medizin beeinflussen auch Krankheitsverarbeitung und psychische Begleiterkrankungen insbesondere beim älteren Patienten die Prognose. Gerade in Zeiten einer technisch dominierten Akutmedizin kommt den Rehabilitationseinrichtungen hier eine zunehmende Bedeutung zu, Demenz, Depression und Angststörung frühzeitig zu erkennen und eine gezielte Therapie einzuleiten.

Kardiologische Rehabilitation und weiterführende ambulante Sekundärprävention sind die entscheidenden Stellschrauben für den weiteren Krankheitsverlauf unserer Herz-Kreislaufpatienten. Es werden individuelle Therapiepläne erarbeitet, die unsere gemeinsamen Patienten oft jahrelang begleiten.
Wir verfügen über ein einmaliges effizientes Rehabilitationswesen in Deutschland, mit vielfältigen Angeboten zugeschnitten auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten. Wir laden Sie herzlich zur 37. Jahrestagung der DGPR nach Berlin ein und würden uns freuen, gemeinsam mit Ihnen die Weiterentwicklung der Rehabilitationsmedizin in Deutschland programmatisch zu gestalten.

Wir freuen uns gemeinsam mit Ihnen auf eine interessante Jahrestagung 2010.

Dr.med. D.B. Gysan     PD Dr. med. S. Gielen 

 

Grußwort des Bundesministers für Gesundheit



Dr. Philipp Rösler
Bundesminister für Gesundheit

Kardiovaskuläre Erkrankungen stellen nach wie vor ein bedeutsames, gesundheitspolitisches und volkswirtschaftliches Problem in Deutschland dar.Seit vielen Jahren zählen Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems zu den häufigsten Todesursachen in unserem Land. Infolge der demographischen Veränderungen in unserer Gesellschaft, der steigenden Häufigkeit von Übergewicht schon im Kindes- und Jugendalter und anderen lebensstilbedingten kardiovaskulären Risikofaktoren in breiten Bevölkerungsgruppen, ist in den kommenden Jahren mit einer weiteren Zunahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu rechnen.

Die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, interdisziplinär die kardiologische Prävention und Rehabilitation in Wissenschaft, Forschung und Lehre zu vertreten. Zu ihren Zielen gehört vorrangig die Erforschung und Erarbeitung neuer Methoden in der Behandlung von Herz-Kreislaufkrankheiten sowie deren Umsetzung und Verbreitung unter besonderer Berücksichtigung der interdisziplinären Prävention und Rehabilitation.

Bislang dominiert in der Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Kuration. Prävention und Rehabilitation haben noch nicht den Stellenwert, der ihnen im Gesundheitssystem zukommen sollte. Dabei wissen wir, dass sich durch eine gezielte und konsequente Ausschöpfung der verschiedenen Möglichkeiten sowohl die kardiale Krankheitsinzidenz senken, als auch der Verlauf und die langfristige Prognose der Erkrankung verbessern lassen. Der Bundesregierung ist die Stärkung der gesundheitlichen Prävention und der Gesundheitsförderung ein wichtiges Anliegen. Mit dem Nationalen Aktionsplan zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten. "IN FORM - Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung" werden Menschen in allen Altersgruppen und Lebenslagen dabei unterstützt, eigenverantwortlich ihre gesundheitlichen Ressourcen zu erhalten, gesundheitsriskante Lebensstile zu verändern und hierdurch insbesondere auch kardiovaskulären Erkrankungen effektiv entgegenzuwirken.

Der Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist auf verschiedenen Ebenen zu führen. Die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen leistet hierzu sowohl mit dem Auf- und weiteren Ausbau von Präventionsgruppen, als auch mit der intensiven Förderung der ineinandergreifenden Interdisziplinarität über die einzelnen Versorgungsformen und Berufsgruppen hinweg einen entscheidenden Beitrag. Das umfassende Engagement der DPGR spiegelt sich auch in dem breitgefächerten Programm der 37. Jahrestagung wieder. Ich wünsche Ihnen für die kommenden Tage interessante Vorträge, intensive Diskussionen und neue Erkenntnisse.


Dr. Philipp Rösler